Kurz gesagt: Wir vergleichen zwei Ansätze zur WLAN-Abdeckung einer größeren Bürofläche.
In einem großen Büro reicht ein einzelner Router oder Access Point früher oder später nicht mehr aus — es entstehen Zonen mit schwachem Signal, Verbindungsabbrüche beim Wechsel zwischen Räumen und frustrierte Mitarbeiter. Wir zeigen, wann ein verteiltes Netzwerk mit mehreren Access Points die Lösung ist und wann ein einzelnes, richtig gewähltes Gerät genügt.
Wie ein Mesh-Netzwerk funktioniert
Ein Mesh-Netzwerk besteht aus mehreren Access Points, die unter einer gemeinsamen SSID zusammenarbeiten. Ein mobiles Gerät verbindet sich automatisch mit dem nächstgelegenen, stärksten Punkt und wechselt beim Umhergehen im Gebäude nahtlos zwischen ihnen. In der Consumer-Variante verbinden sich die Mesh-Knoten drahtlos miteinander, was die Installation vereinfacht, aber die verfügbare Bandbreite verringert — ein Teil des Funkspektrums wird für die Kommunikation zwischen den Knoten verbraucht. In Business-Lösungen wird ein kabelgebundenes Backhaul bevorzugt — jeder Access Point ist über ein eigenes Kabel mit dem Switch verbunden, was dieses Problem beseitigt und für ein deutlich stabileres Netzwerk sorgt.
Wann ein einzelner, gut gewählter Access Point genügt
Kleinere Büros mit kompakter, einstöckiger Fläche, ohne dicke Stahlbetonwände oder viele Hindernisse, benötigen oft keine aufwendige Infrastruktur. Ein hochwertiger, zentral platzierter Access Point kann eine beachtliche Bürofläche problemlos mit Signal versorgen. Die Installation mehrerer unnötiger Access Points erzeugt in einem solchen Fall nicht nur überflüssige Kosten, sondern kann die Netzqualität durch gegenseitige Störungen auf denselben Kanälen sogar verschlechtern.
Vor- und Nachteile beider Ansätze
- Multi-AP-Netzwerk — gleichmäßige Abdeckung großer oder mehrstöckiger Flächen, nahtloser Wechsel zwischen den Access Points, erfordert aber eine durchdachte Planung und meist eine strukturierte Verkabelung zu jedem Punkt.
- Einzelner Router/Access Point — Einfachheit, geringe Kosten und leichte Konfiguration, aber begrenzte Reichweite und Anfälligkeit für einen einzigen Ausfallpunkt — fällt das Gerät aus, ist das gesamte Netz betroffen.
- Zentrales Management — professionelle Multi-AP-Systeme erlauben es, die Auslastung einzelner Access Points zu überwachen und zu reagieren, bevor Nutzer das Problem bemerken — eine Funktion, die einfache Heimrouter nicht bieten.
Praxisregel: Anzahl und Platzierung der Access Points sollten sich aus dem Raumplan und der Nutzerzahl ergeben, nicht aus einem im Voraus festgelegten Budget — ein zusätzlicher Access Point am richtigen Ort löst ein Problem oft wirksamer als der Austausch der gesamten Ausrüstung gegen ein teureres Modell.
Zusammenfassung
Die Wahl zwischen Mesh-Netzwerk und einzelnem Access Point sollte sich aus der Fläche, dem Raumlayout und der Anzahl gleichzeitig arbeitender Personen ergeben, nicht aus der bloßen Beliebtheit einer Lösung. In größeren, mehrräumigen Büros liefert ein Multi-AP-Netzwerk mit kabelgebundenem Backhaul praktisch immer bessere und berechenbarere Ergebnisse als der Versuch, die Fläche mit einem einzigen, stärkeren Gerät „auszuleuchten“.
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