Kurz gesagt: Die wichtigsten Grundregeln für Verkabelung und Topologie eines LANs im Geschäftsumfeld.
Das LAN ist das Rückgrat, auf dem die tägliche Arbeit jedes Unternehmens basiert — vom Internetzugang über die IP-Telefonie bis hin zu AV-Systemen und Kameras. Fehler, die bei der Planung von Verkabelung und Netzwerktopologie gemacht werden, lassen sich nach dem Einzug ins Büro nur schwer und kostspielig korrigieren. Wir zeigen die wichtigsten Grundsätze, die bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden sollten.
Sterntopologie und zentraler Verteilerpunkt
Moderne LANs basieren fast ausnahmslos auf einer Sterntopologie — jede Netzwerkdose im Raum führt über ein eigenes Kabel zu einem zentralen Verteilerpunkt, in dem sich die Switches und das Patchpanel befinden. Diese Lösung erleichtert die Fehlerdiagnose — ein Problem an einem Arbeitsplatz beeinträchtigt den Rest des Netzwerks nicht — und ermöglicht es, im Zuge des Unternehmenswachstums problemlos neue Anschlüsse hinzuzufügen. In größeren, auf mehrere Etagen verteilten Büros wird zusätzlich ein Backbone eingesetzt, das die Verteilerpunkte der einzelnen Etagen mit dem zentralen Serverraum verbindet.
Auswahl von Verkabelung und Verteilerpunkten
Grundlage der Installation ist eine strukturierte Verkabelung gemäß der Norm PN-EN 50173, die Verkabelungsklassen und Anforderungen für die einzelnen Installationskomponenten definiert — von Kabeln über Anschlussdosen bis zu Patchpanels. Bei der Planung sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Kabelkategorie — In neuen Installationen setzt sich Cat6 oder Cat6A als Standard durch und bietet Bandbreitenreserven für die kommenden Jahre.
- Anzahl der Anschlüsse pro Arbeitsplatz — Zwei Dosen pro Schreibtisch (Daten und Telefonie oder Reserve) erleichtern spätere Umgestaltungen ohne zusätzliche Bauarbeiten.
- Lage des Verteilerschranks — Sie sollte möglichst zentral zur versorgten Fläche liegen, da die maximale Länge eines Kupferkabels 100 Meter beträgt.
- Belüftung und Stromversorgung des Racks — Switches, insbesondere mit PoE, erzeugen Wärme und benötigen Strom, was bereits bei der Planung des Technikraums zu berücksichtigen ist.
Zukunftssichere Planung
Ein gutes LAN ist eines, das bei jeder organisatorischen Änderung keinen Umbau erfordert. Es lohnt sich, eine angemessene Reserve an freien Switch-Ports über den aktuellen Bedarf hinaus einzuplanen, zusätzliche Technikkabel zu Stellen zu verlegen, die für künftige Kameras oder Access Points vorgesehen sind, und den Datenverkehr bereits vom ersten Tag an mittels VLANs logisch zu trennen, statt diese Aufteilung später in der laufenden Infrastruktur nachzurüsten.
Zusammenfassung
Die Planung eines LANs für ein Büro ist weit mehr als die Wahl der Anzahl von Netzwerkdosen an der Wand. Eine durchdachte Topologie, die Einhaltung der Normen für strukturierte Verkabelung und ausreichende Erweiterungsreserven sorgen dafür, dass die Infrastruktur dem Unternehmen über viele Jahre dient, statt bereits nach wenigen Monaten zur Problemquelle zu werden.
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