Kurz gesagt: Wir zeigen eine einfache Methode zur Abschätzung der Access-Point-Anzahl anhand von Fläche und Nutzerzahl.
Eine der häufigsten Fragen bei der Planung eines Funknetzwerks im Büro lautet, wie viele Access Points tatsächlich benötigt werden. Die Antwort „je mehr, desto besser“ ist ebenso falsch wie die Installation eines einzigen Access Points für das gesamte Gebäude. Wir zeigen eine einfache Methodik, mit der sich die Anzahl der Access Points bereits vor dem Kauf der Geräte abschätzen lässt.
Zwei Ansätze: Abdeckung und Kapazität
Die Planung eines WLANs basiert auf zwei unterschiedlichen Kriterien, die leicht verwechselt werden. Die Abdeckung beantwortet die Frage, ob das Signal überhaupt jeden Ort im Büro erreicht — hier zählen vor allem Reichweite und Hindernisse auf dem Weg der Funkwellen. Die Kapazität beantwortet die Frage, ob ein bestimmter Access Point die Anzahl gleichzeitig verbundener Geräte ohne Leistungseinbußen bewältigen kann. In der Praxis haben Konferenzräume, Großraumbüros und Coworking-Flächen deutlich häufiger ein Kapazitätsproblem als ein reines Reichweitenproblem — das Signal ist vorhanden, aber bei vielen gleichzeitigen Verbindungen sinkt die Qualität rapide.
Eine einfache Schätzmethode
Für eine erste Abschätzung lohnt es sich, mehrere Faktoren gleichzeitig zu berücksichtigen:
- Fläche und Raumaufteilung — Ein einzelner, gut platzierter Access Point deckt in der Regel eine offene Bürozone ab; dicke Wände, Stahlbeton oder metallene Konstruktionselemente erfordern selbst bei geringer Fläche zusätzliche Access Points.
- Anzahl der Nutzer und ihrer Geräte — Jeder Mitarbeiter verbindet in der Regel mehr als ein Gerät mit dem Netzwerk (Laptop, Smartphone, manchmal Smartwatch oder Tablet), was bei der Abschätzung der Auslastung eines einzelnen Access Points zu berücksichtigen ist.
- Art des Netzwerkverkehrs — Ein Büro, in dem Videokonferenzen und die Übertragung großer Dateien dominieren, benötigt mehr Kapazitätsreserve als ein Büro, das hauptsächlich E-Mail und Browser nutzt.
Für ein typisches, offenes Büro gilt als allgemeiner Richtwert, die Access Points so zu planen, dass keiner von ihnen gleichzeitig eine zu große Gruppe aktiver Nutzer bedienen muss — in Räumen mit hoher Arbeitsplatzdichte ist es besser, mehr schwächere, dichter verteilte Access Points einzusetzen als wenige sehr starke.
Wann sich ein professionelles Audit lohnt
Eigene Schätzungen funktionieren gut bei einfachen, einstöckigen Büros mit regelmäßigem Grundriss. In größeren oder ungewöhnlichen Räumlichkeiten — mit Galerien, viel Glas, Stahlbetonwänden oder ungewöhnlichem Raumzuschnitt — lohnt sich ein professioneller Site Survey. Die Messung der tatsächlichen Signalausbreitung vor Ort hilft, sowohl eine Überdimensionierung der Installation als auch weiße Flecken zu vermeiden, die sich erst nach dem Einzug ins Büro zeigen.
Zusammenfassung
Die Anzahl der Access Points im Büro sollte sich aus der Kombination zweier Faktoren ergeben — der tatsächlichen Signalreichweite und der erwarteten Netzwerklast —, nicht aus einer einfachen Umrechnung der Quadratmeterzahl. Ein gut geplantes Netzwerk mit passend verteilten Access Points kostet zu Beginn mehr, beseitigt aber die häufigste Quelle von Mitarbeiterbeschwerden — die abbrechende Verbindung in „dieser einen Ecke des Büros“.
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