Kurz gesagt: Entscheidungen in der Bauphase sparen Kosten und Probleme bei der späteren AV- und IT-Installation.
Die AV- und IT-Verkabelung lässt sich am einfachsten und günstigsten planen, wenn die Wände noch offen sind — also während der Bauphase oder einer umfassenden Büro-Renovierung. Die in dieser Phase getroffenen Entscheidungen bestimmen darüber, ob die künftige Geräteinstallation reibungslos verläuft oder das Aufstemmen bereits fertiggestellter Wände und Decken erfordert. Im Folgenden zeigen wir, worauf bei der frühzeitigen Verkabelungsplanung zu achten ist.
Warum sich eine frühzeitige Verkabelungsplanung lohnt
Das Verlegen eines neuen Kabels in einem fertig ausgebauten Raum ist fast immer mit zusätzlichen Bauarbeiten verbunden — Schlitzestemmen, Putzausbesserung, erneutes Streichen. Dasselbe Kabel, das bereits während der Bauphase verlegt wird, kostet einen Bruchteil dieses Betrags und dieser Zeit. Deshalb lohnt es sich, den AV- und IT-Installateur bereits vor Beginn der Ausbauarbeiten einzubeziehen, idealerweise schon in der Phase der Innenarchitekturplanung — so lassen sich die tatsächlichen Ausstattungsbedürfnisse berücksichtigen, bevor die Wände geschlossen werden.
Was bei der Verkabelungsplanung zu berücksichtigen ist
- Leerrohre — Auch wenn ein bestimmtes Kabel erst später verlegt wird, lohnt sich die Montage leerer Schutzrohre zwischen wichtigen Punkten, was das spätere Einziehen eines neuen Kabels ohne erneutes Aufstemmen der Wand ermöglicht.
- Netzwerkanschlüsse mit Reserve — Die Anzahl der Netzwerkdosen sollte nicht nur den aktuellen Bedarf, sondern auch künftiges Wachstum berücksichtigen — zusätzliche Arbeitsplätze, WLAN-Access-Points, Kameras oder Bildschirme.
- Dedizierte Stromversorgung für AV-Geräte — Beamer, Videowände oder Serverschränke sollten eigene, von der allgemeinen Elektroinstallation getrennte Stromkreise erhalten.
- Kabeltrassen in abgehängten Decken — Es lohnt sich, Platz für Signalverkabelung zu Deckenlautsprechern, Mikrofonen oder Kameras einzuplanen, bevor die Decke geschlossen wird.
Zusammenarbeit mit Bauteam und Elektrikern
Das AV- und IT-Verkabelungsprojekt sollte mit dem Elektroinstallationsprojekt des gesamten Objekts abgestimmt werden, um Kollisionen der Kabeltrassen zu vermeiden und angemessene Abstände zwischen Niederspannungsverkabelung und Stromversorgung einzuhalten — das ist sowohl für die Signalqualität als auch für die Sicherheit wichtig. In der Praxis bewährt sich ein gemeinsames Treffen auf der Baustelle mit Elektriker, Bauleiter und AV/IT-Installateur, bei dem die genauen Kabeltrassen und Anschlusspunkte festgelegt werden — noch bevor die Installation verlegt wird.
Praxisregel: Planen Sie immer mehr Netzwerkanschlüsse und Kabeltrassen ein, als zu Beginn nötig erscheinen — der nachträgliche Ausbau einer fertigen Installation ist deutlich teurer als eine bereits in der Bauphase eingeplante Reserve.
Übereinstimmung mit Vorschriften und Baudokumentation
Arbeiten im Zusammenhang mit Elektroinstallation und strukturierter Verkabelung in Gewerbeobjekten sollten gemäß den Vorschriften des Baurechts und dem für das jeweilige Objekt genehmigten Installationsprojekt durchgeführt werden. Es lohnt sich, eine Bestandsdokumentation der Kabeltrassen aufzubewahren — ein Plan, der zeigt, wo die einzelnen Leitungen tatsächlich verlegt wurden, erleichtert einen späteren Ausbau oder eine Wartung der Installation erheblich, besonders nach Jahren, wenn die Erinnerung an den genauen Verlauf der Trassen bei den am Bau Beteiligten bereits verblasst ist.
Zusammenfassung
Die Planung der AV- und IT-Verkabelung während der Bau- oder Renovierungsphase eines Büros ist eine jener Entscheidungen, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind, aber erheblichen Einfluss auf Kosten und Komfort künftiger Installationen haben. Die Zusammenarbeit mit dem Installateur bereits in der Phase der Innenraumplanung hilft, kostspielige Nachbesserungen zu vermeiden und das Büro auf ein Wachstum vorzubereiten, das heute noch nicht sichtbar ist.
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