Kurz gesagt: Konstruktionsanforderungen, Stromversorgung und Belüftung — worauf vor der Videowand-Montage zu achten ist.
Eine Videowand gehört zu den anspruchsvolleren AV-Installationen — nicht weil die Montage der Panels selbst kompliziert wäre, sondern weil der Raum bereits vor der Anlieferung der Geräte entsprechend vorbereitet sein muss. Versäumnisse in der Vorbereitungsphase — bei Konstruktion, Stromversorgung oder Belüftung — zeigen sich erst nach der Inbetriebnahme, wenn Nachbesserungen deutlich schwieriger und teurer sind. Im Folgenden die wichtigsten Punkte, an die frühzeitig gedacht werden sollte.
Wandkonstruktion und Tragfähigkeit
Videowand-Panels können, besonders in größeren Konfigurationen, deutlich mehr wiegen als ein Standardfernseher auf derselben Fläche. Die Wand, an der das System montiert wird, muss eine ausreichende Tragfähigkeit aufweisen — bei leichten Trennwänden ist häufig eine dedizierte Trag- bzw. Ständerkonstruktion erforderlich, unabhängig von der Wand selbst und in den tragenden Bauteilen des Gebäudes verankert. Diese Klärung mit dem Installateur und, falls nötig, mit einem Statiker sollte vor der Bestellung der Ausrüstung erfolgen, nicht erst nach deren Lieferung.
Elektrische Versorgung
Jedes Panel benötigt eine eigene Stromversorgung, und die gesamte Videowand einen dedizierten, entsprechend abgesicherten Stromkreis, der von der allgemeinen Elektroinstallation des Raums getrennt ist. Es lohnt sich, Anzahl und Anordnung der Steckdosen genau auf die Panelkonfiguration abzustimmen und einen Servicezugang zur Verkabelung für den Fall eines späteren Austauschs eines einzelnen Elements vorzusehen. Die Elektroinstallation für diese Art von Ausstattung sollte gemäß den geltenden Vorschriften ausgeführt und in gewerblichen Gebäuden mit dem Planer der Elektroinstallation des Objekts abgestimmt werden.
Belüftung und Raumtemperatur
Videowand-Panels erzeugen Wärme und können bei dichter Anordnung in einer Ebene die Temperatur in der unmittelbaren Umgebung deutlich erhöhen, besonders bei einem Einbau in eine Nische oder Wandvertiefung. Der Raum sollte eine ausreichende Luftzirkulation um die Konstruktion herum gewährleisten — sei es durch natürlichen Luftstrom oder mechanische Belüftung —, damit die Betriebstemperatur der Geräte die vom Hersteller empfohlenen Werte nicht überschreitet. Wird dieser Aspekt vernachlässigt, verkürzt sich die Lebensdauer der Elektronik und das Ausfallrisiko steigt.
- Servicezugang von hinten oder von der Seite — erleichtert den Austausch eines einzelnen Panels, ohne die gesamte Konstruktion demontieren zu müssen.
- Platz für Signal- und Steuerverkabelung — Kabelkanäle sollten mit einer Reserve für künftige Erweiterungen geplant werden.
- Untergrund für die Tragkonstruktion — bei freistehenden Konstruktionen muss der Boden die zusätzliche Punktlast aushalten.
Praxisregel: Die Vorbereitung des Raums für eine Videowand sollte mit einer Beratung durch den Installateur beginnen, noch bevor ein konkretes Panelmodell gewählt wird — die Gerätespezifikationen beeinflussen die Anforderungen an Konstruktion, Stromversorgung und Belüftung.
Signal- und Steuerverkabelung
Neben der Stromversorgung benötigt eine Videowand eine Signalzuführung (meist in Form von Netzwerkverkabelung oder dedizierten Videoleitungen) sowie, bei vielen Installationen, einen Steuerbus, der den Videoprozessor mit jedem einzelnen Panel verbindet. Es lohnt sich, die Trassen dieser Leitungen parallel zur Stromversorgung zu planen und dabei eine angemessene Trennung zwischen Niederspannungsverkabelung und Elektroinstallation zu berücksichtigen, was das Risiko von Signalstörungen verringert.
Zusammenfassung
Eine erfolgreiche Videowand-Installation beginnt lange vor der Montage des ersten Panels — mit der Prüfung der Wandtragfähigkeit, der Planung einer dedizierten Stromversorgung und der Sicherstellung einer angemessenen Belüftung. Wird eines dieser Elemente bei der Raumvorbereitung übersehen, sind kostspielige Nachbesserungen im Nachhinein meist die Folge.
Lesen Sie auch: Planar