Kurz gesagt: Ein zu kleiner oder zu großer Bildschirm stört den Meetingkomfort — wir zeigen eine einfache Methode zur Größenbestimmung.
Ein zu kleiner Bildschirm sorgt dafür, dass Teilnehmer in den hinteren Reihen Schwierigkeiten haben, Text auf einer Folie zu lesen. Ein zu großer, nah an der ersten Stuhlreihe aufgestellter Bildschirm ermüdet die Augen und zwingt zum ständigen Wandern des Blicks über die Bildfläche. Wir zeigen eine einfache Methode zur Bestimmung der Bildschirmgröße, mit der sich beide Probleme bereits in der Planungsphase eines Raums vermeiden lassen.
Warum die Bildschirmgröße keine Frage der Ästhetik ist
Die Größe des Bildschirms in einem Konferenzraum sollte sich aus dem Abstand ergeben, aus dem der am weitesten entfernt sitzende Teilnehmer das Bild betrachtet, nicht aus der Raumgröße selbst oder dem Ausstattungsbudget. Ein zu kleiner Bildschirm in einem großen Raum bedeutet, dass ein Teil des Inhalts — kleiner Text in einer Tabelle, Details in einem Diagramm — aus den hinteren Reihen einfach nicht lesbar ist, unabhängig davon, wie gut der Projektor oder Fernseher selbst ist.
Eine einfache Methode zur Größenbestimmung
In der AV-Praxis wird meist ein einfaches Verhältnis zwischen dem Abstand des entferntesten Zuschauers und der Bildschirmhöhe verwendet, basierend auf der sogenannten 1:6-Regel für allgemeine Inhalte wie Präsentationen und Videokonferenzen sowie der strengeren 1:4-Regel für detaillierte Inhalte wie Tabellenkalkulationen oder technische Zeichnungen.
Praxisregel: Teilen Sie den Abstand der am weitesten entfernt sitzenden Person zum Bildschirm durch 6 (allgemeine Inhalte) oder durch 4 (detaillierte Inhalte) — das Ergebnis ist die Mindesthöhe, die der Bildschirm im Raum haben sollte, um eine komfortable Lesbarkeit zu gewährleisten.
Sitzt zum Beispiel der entfernteste Teilnehmer 6 Meter vom Bildschirm entfernt und dient der Raum hauptsächlich für Präsentationen und Videokonferenzen, sollte die Mindesthöhe des Bildschirms etwa einen Meter betragen. Bei derselben Entfernung, aber häufigerer Anzeige detaillierter Daten, empfiehlt sich ein höherer Bildschirm, näher an anderthalb Metern.
Die obere Grenze — wann ein Bildschirm zu groß ist
Die Bildschirmgröße hat auch eine obere Grenze, die sich aus dem Abstand der ersten Teilnehmerreihe zur Bildfläche ergibt. Ein zu naher Kontakt mit einem großen Bildschirm erzwingt ständige Kopf- und Augenbewegungen, um die gesamte Fläche zu erfassen, was bei längeren Meetings schnell ermüdet. Als allgemeiner Richtwert gilt, dass die am nächsten sitzende Person nicht näher als etwa die Breite des Bildschirms davon entfernt sitzen sollte.
Betrachtungswinkel und Raumaufstellung
Neben dem reinen Abstand zählt auch der Winkel, unter dem Teilnehmer an den Seiten des Raums den Bildschirm sehen — eine zu breite Stuhlanordnung im Verhältnis zu einem schmalen Bildschirm führt zu perspektivischen Verzerrungen und Schwierigkeiten beim Lesen von Inhalten am Bildrand. Bei der Planung der Raumaufteilung sollte nicht nur die Mittelachse berücksichtigt werden, sondern auch die äußersten Sitzplätze, besonders in ungewöhnlich langgestreckten Räumen.
Zusammenfassung
Die Wahl der Bildschirmgröße sollte mit der Frage beginnen, wer sie aus welcher Entfernung betrachten wird, und erst danach zur Auswahl eines konkreten Fernseher- oder Projektormodells übergehen. Die 1:6- und 1:4-Regel bietet einen schnellen, praktischen Ausgangspunkt für das Gespräch mit dem Installateur, der zusätzlich die Raumform und die typische Nutzungsweise berücksichtigt.
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