Kurz gesagt: Wie man AV-Systeme mit dem Gebäudemanagement verbindet, damit sie als ein stimmiges Ganzes funktionieren.
In modernen Bürogebäuden funktioniert das AV-System heute selten losgelöst vom Rest des Gebäudes — Beleuchtung, Klimatisierung, Rollläden oder Zutrittskontrolle. Die Integration mit einem BMS (Building Management System) ermöglicht es, all diese Elemente als eine zusammenhängende Einheit zu betrachten, die von einem zentralen Ort aus gesteuert und überwacht wird. In der Praxis gehört eine solche Integration jedoch zu den anspruchsvolleren Projektphasen, weshalb es sich lohnt zu verstehen, worin sie besteht und welchen Nutzen sie bringt.
Was ist BMS und wie verbindet es sich mit AV
Ein BMS-System ist für die Verwaltung der technischen Gebäudeanlagen zuständig — Heizung, Lüftung, Klimatisierung, Beleuchtung, Rollläden oder Sicherheitssysteme. Eine Integration mit AV bedeutet, dass ein Konferenzraum beim Starten des Präsentationssystems gleichzeitig automatisch die Beleuchtung dimmen, die Rollläden herunterfahren und die Klimaanlage an die Anzahl der Personen im Raum anpassen kann — ohne dass jedes dieser Elemente einzeln manuell gesteuert werden muss. Die Kommunikation zwischen den Systemen erfolgt in der Regel über standardisierte Gebäudeautomationsprotokolle oder dedizierte Integrationsmodule der AV-Gerätehersteller.
Vorteile der Integration
- Eine zentrale Steuerungsstelle — der Nutzer bedient den Raum über ein einziges Panel statt getrennt Beleuchtung, Rollläden und AV-Technik.
- Automatisierung von Szenarien — der Start einer Präsentation kann automatisch eine zuvor festgelegte Szene auslösen: gedimmtes Licht, heruntergefahrene Rollläden, eingeschalteter Beamer.
- Energieeffizienz — das System kann AV-Geräte und Beleuchtung in Räumen abschalten, in denen sich aktuell niemand aufhält, basierend auf Daten von Anwesenheitssensoren.
- Einfacheres Management mehrerer Räume — der Gebäudeverwalter sieht den Status aller Räume von einer zentralen Ebene aus, ohne jeden einzeln physisch kontrollieren zu müssen.
Technische Herausforderungen der Integration
Die größte Schwierigkeit ist häufig die Vielfalt der von unterschiedlichen Herstellern verwendeten Protokolle und Standards — ein im Gebäude installiertes BMS-System „versteht“ die für einen bestimmten Raum gewählte AV-Ausstattung nicht automatisch, besonders wenn sie von einem anderen Hersteller stammt oder zu einem anderen Zeitpunkt installiert wurde. Deshalb sollte die Integration am besten bereits bei der Planung des AV-Systems berücksichtigt werden, statt zu versuchen, sie nachträglich an eine fertige, geschlossene Installation „anzudocken“. Es empfiehlt sich außerdem, im Voraus festzulegen, wer für Konfiguration und Wartung der Integration verantwortlich ist — der AV-Installateur, der BMS-Anbieter oder die Gebäude-IT-Abteilung —, um zu vermeiden, dass eine Störung zwischen den Anbietern hängen bleibt.
Praxisregel: Die Integration von AV und BMS sollte bereits in der technischen Projektphase berücksichtigt werden, nicht als nachträglicher Zusatz — so lässt sich Ausrüstung wählen, die sich tatsächlich mit der vorhandenen Gebäudeautomation verbinden lässt.
Wann sich die Integration lohnt
Eine vollständige Integration von AV und BMS lohnt sich vor allem in größeren Objekten mit vielen Konferenzräumen und ausgebauter Gebäudeautomation, wo eine zentrale Verwaltung den Administratoren real Zeit spart und die Zahl der Serviceanfragen reduziert. In kleineren Büros mit nur einem Besprechungsraum genügt oft ein einfacheres, unabhängig vom BMS arbeitendes AV-Steuerungssystem, das zudem günstiger in der Umsetzung ist.
Zusammenfassung
Die Integration von AV-Systemen mit der Gebäudeautomation schafft eine zusammenhängende, komfortabel bedienbare Arbeitsumgebung, in der Präsentationstechnik, Beleuchtung und Klimatisierung automatisch zusammenwirken. Der Schlüssel zu einer gelungenen Umsetzung liegt darin, diese Integration von Anfang des Projekts an zu planen, statt am Ende zu versuchen, zwei unabhängig voneinander entworfene Systeme zusammenzuführen.
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